Dienstag, 14. September 2010

Kreuzerhöhung

Die Grabeskirche ist mit all den Pilgern und Touristen, die ständig durch die unzähligen Kapellen wuseln, kein einfacher Ort. Aber wenn die Orgel erklingt, kann man schon mal Gänsehaut bekommen.

Seelsorger in unsren westlichen Landen können von dem Aufkommen an Gottesdienstbesuchern nur träumen. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Messe zu Kreuzerhöhung sind alle Sitzplätze besetzt und die Ordensschwester, die die undankbare Aufgabe hat, die immer noch strömende Masse in geordnete Bahnen zu lenken, kann einem herzlich leid tun: Ständig tanzt eine(r) aus der Reihe, um ein Photo zu machen oder sich für einen Moment auf die für die Konzelebranten reservierten Plätze zu setzen - nur um sofort wieder aufgescheucht zu werden. Einmal mehr bin ich froh um den Status "Presse", der mir etwas Bewegungsfreiheit rund um mich herum verschafft...


Sonntag, 12. September 2010

Jerusalem-Syndrom

Das Jerusalem-Syndrom scheint auch vor Juden nicht halt zu machen. Einem "befallenen" Exemplar bin ich vorhin beim Einkaufen in die Fänge gegangen. Unsre Konversation begann mit dem üblich-harmlosen Wohin-Woher-Warum. Aber als Israel (so hat er sich vorgestellt) mitbekam, dass ich Journalistin bin, gab es kein Halten mehr. Ich solle doch über ihm schreiben, er habe direkte Connections zum Prime Minister, auch wenn er nicht so aussähe (tat er wirklich nicht!).
Als ich im sagte, da müsse ich ihn enttäuschen, denn ich schriebe nicht über Politisches, sondern über Religion, kam Israel so richtig in Fahrt. Dann könne ich erst recht über ihn schreiben, denn er sei auch ein bekannter religiöser Führer (von wem oder was, die Antwort ist er mir leider schuldig geblieben), und zwar ein sehr unkonventioneller. Und ein Heiler noch dazu, wen er berührt, der wird gesund. LEIDER hatte ich zum Einkaufen weder Visitenkarten noch Natel eingesteckt, dessen Nummer ich überdies auch LEIDER gerade nicht auswendig wusste. Und die weiteren Karrieren des Israel habe ich leider verpasst, weil ich endlich an der Reihe war mit zahlen.

Wadi Qelt

Es kostet einiges an Überwindung, morgens um 4 Uhr aufzustehen und durch die noch schlafende Stadt zu laufen. Nach einigem Suchen finde ich auch den Parkplatz, an dem der Bus nach Ein Qelt abfährt. Um kurz nach halb sechs geht es - noch im Dunkeln - zu Fuss und mit etlichen Litern Wasser beladen los in Richtung Wadi Qelt.


Wenig später färbt sich der Himmel rot, noch ein paar Minuten später ist es hell, aber noch erträglich kühl (was sich in einer guten Stunde definitiv ändern wird).

Einmal im eigentlichen Flussbett angekommen, ist es trotz Hitze und Wüste hier und da erstaunlich grün und lebhaft. Und Überreste von Krebsen und Co. bezeugen, dass hier tatsächlich manchmal Wasser fliesst.


Gegen 10 Uhr taucht das Georgskloster auf. Der Mönch, der Kirche und Souvenirladen bewacht, ist irgendwie "typisch griechisch-orthodox", d.h. recht muffelig und wirsch. Nach ein paar Minuten Kirchenbesichtigung werden wir relativ undiplomatisch vor die Tür gesetzt. Dies sei ein Kloster, kein Hotel - offenbar haben wir in der Kirche nicht inständig genug gebetet ...

Hinter dem Kloster verlässt der Weg das eigentliche Flussbett und führt auf halber Höhe und folglich nun ganz ohne Schatten weiter bergab Richtung Jericho. Der Abstieg auf der Schotterpiste ist recht rutschig und nicht immer einfach.

Aber schliesslich taucht doch irgendwann Jericho in Sichtweite auf ...

Freitag, 10. September 2010

Shana Tova, Eid mubarak


عيد مبارك - שנה טובה
Hohe Feiertage bei Juden uns Muslimen lassen Jerusalem in einem ganz anderen Licht erscheinen. Die Altstadt ist wie leergefegt, die allermeisten Geschäfte sind geschlossen, und selbst die Kleinsten sind für die Feste rausgeputzt. Dort, wo sich sonst Busse und Autos stauen, ist auf einmal Platz für Pferderennen.

Vorbereitung für Rosh Hashana

Donnerstag, 9. September 2010

Man muss nur kreativ sein ...

Auch Gaza hat jetzt ein Tschu-Tschu (gesehen bei Ma'an)