Mittwoch, 8. September 2010

Alte Zöpfe


Liturgie mit zusätzlichem Protokoll: Eine besondere Rolle kommt dem französischen Generalkonsul von Jerusalem zu. Seit dem 16. Jahrhundert wird er im ersten Monat nach seiner Amtseinführung in der Grabeskirche offiziell empfangen. Und auch für verschiedene andere Liturgien (Konsularmessen) haben sich manche Privilegien behauptet ...

Konsularmesse in der St.-Anna-Kirche zum Fest Mariä Geburt

Dienstag, 7. September 2010

Unterbrüche


Jetzt im Ramadan ist die Stimmung im muslimischen Altstadtviertel kurz vor Sonnenuntergang immer ganz besonders. Alle beeilen sich, ihre Arbeiten noch schnell abzuschliessen oder letzte Einkäufe zu tätigen. Überall duftet es nach den Leckereien aus den Garküchen und viele Männer tragen grosse Platten mit orientalischen Spezialitäten fürs Fastenbrechen durch die Gegend. Die geschäftige Hektik dauert bis zum Kanonenschuss, danach herrscht für eine halbe Stunde oder Stunde fast völlige Ruhe. Die sonst so geschäftstüchtigen Ladenbesitzer sitzen in kleinen Gruppen im hinteren Teil ihres Ladens und stören sich für einmal garnicht an den vereinzelt bummelnden Touristen. Ein ungewohnter Anblick.


Punkt 1

In ganz kleinen Schritten kommen wir voran. Nach "nur" knapp zweieinhalb Stunden mit Warten, Kopieren, Warten, Antworten, Warten, Formulare ausfüllen, und ganz viel Warten habe ich nun zumindest meine befristete Pressekarte (immerhin bis Ende November gültig). Mit der kann ich nun also mein Visum beantragen. Sich in der Visaabteilung des Innenministeriums zurecht zu finden, ist zwar eine Sache für sich - Wer braucht schon ein Visum? Ausländer, also kann man ja alle Beschriftungen und Hinweistafeln logischerweise auf Hebräisch und zwar ausschliesslich auf Hebräisch gestalten ... Aber immerhin ist es mir gelungen, einen Termin zur Vorsprache für das Visum zu bekommen, wenn auch erst Mitte Oktober. Und mit dem Visum und der befristeten Pressekarte geht es danach wieder mal ins GPO zu der reizenden Dame, Teil 2 der Prozedur: Die 2-Jahres-Pressekarte - aber in der Zwischenzeit kann ich mich ja von ihr erholen.

Montag, 6. September 2010

Zu früh gefreut

Jetzt hatte ich schon gedacht, wenigstens den ersten Punkt auf der Behören-Liste abhaken zu können, aber weit gefehlt! Das GPO (Government Press Office) hatte heute nämlich tatsächlich mal geöffnet, und sogar die für mich zuständige Mitarbeiterin war anwesend. Aber, nachdem sie mich eine knappe halbe Stunde vor ihrer Tür hatte warten lassen, teilte sie mir mit, wer auch immer ich sei, SIE sei jedenfalls heute nicht gewillt, mich zu empfangen. Ich könne ja morgen wiederkommen. Es lebe die Machtdemonstration!

Freitag, 3. September 2010

Ramadan-Feeling


Am letzten Freitag des Ramadan und kurz vor dem Fastenbrechen durch das muslimische Altstadtquartier spazieren zu wollen, ist vielleicht nicht die beste aller Ideen für jene Menschen, die gern ein paar Zentimeter Platz um sich herum haben.

Von überall her strömt es auf den Haram as-sharif, den Tempelberg. Links und rechts machen sich Garküchen breit, der Souk ist bunt geschmückt, Menschenmassen schieben sich - und ihre Einkäufe - hindurch. Die Stimmung ist hitzig, aber nicht aggressiv. Eine leichte Spannung ist dennoch spürbar - das Militär ist heute Abend noch stärker präsent als sonst.