Freitag, 20. September 2013

Gefühlte Zeit

Getroffen haben wir uns zuerst in der Lounge eines Flughafens. Eine Verkettung von Umständen. Verschobene Flugzeiten. Geänderte Reisepläne. Ausgebuchte Flüge. So fanden wir uns später in der selben ersten Reihe des selben Fliegers wieder. Ein paar gewechselte Worte. Festgestellt, dass ich gerade dort war, wo er ursprünglich herkommt. Wir eine Reihe gemeinsamer Bekannter haben. Und gemeinsame Interessen. Für einmal hätte die Flugzeit nicht lang genug sein können, und prompt war sie kürzer als üblich.

Donnerstag, 19. September 2013

Missionslos glücklich

 Sukkot-Abendessen mit einheimischen Freunden. An meiner Seite ein deutscher Freund. "WAS? Du bist nicht Aktivist? Du hast keine Mission? Du bist aus Deutschland, aber hast kein Programm? Willst nicht den Frieden nach Nahost bringen? Das ist schön!!!"

Sonntag, 15. September 2013

Wenn Mönche geweiht werden ... dann bleibt schon mal die Kirche geschlossen. Macht ja nix, sind ja alle wichtigen Leute drinnen. Und der Heilge Geist weht eh, wo er will ...

Donnerstag, 12. September 2013

Begegnung

Biographie à la Jerusalem: "Na klar bin ich arabischer Jude. Und Zionist! Orthodox. Aber nicht religiös." Geboren in Frankreich als Kind eines marokkanisch-libanesisch-jüdischen Paars, verheiratet mit einer spanisch-yemenitischen Jüdin. Spricht arabisch, aber "nur Fusha", und kann es nicht lesen. "2002 war ich in Bethlehem im Krieg. Aber nur zehn Tage, und wir persönlich haben nicht so viel Schaden angerichtet."

Sonntag, 11. August 2013

Kopfkino

Muss man sich für den Film schämen, der im eigenen Kopf abläuft?
Lange habe ich gezögert, als mich ein arabischer Freund zu einer Hochzeitsparty im Norden einlud. Nicht nur, dass arabische Parties mitunter viel zu laut für meinen Geschmack sind und ich befürchten musste, ausser ihm niemanden zu kennen. Im Hinterkopf schwang auch die Sorge mit, keinerlei Zweideutigkeiten aufkommen zu lassen. Den Ausschlag für meine Zusage gab schliesslich, dass er mir sagte, es kämen drei weitere Personen mit uns. Die drei Personen entpuppten sich als russischstämmige jüdische Israelis, Familie der Braut, die wild-laute arabische Party als ein gemütliches Zusammensein einer ganzen Bande junger Russen, salonfähig und jugendfrei in jeder Hinsicht.
Honi soit qui mal y pense.